Der Bildschirm ist für viele Menschen in Wien mittlerweile der treueste Begleiter des Arbeitstages. Ob im Homeoffice in der Altbauwohnung im sechsten Bezirk oder im Büro am Donaukanal, wer heute arbeitet, blickt stundenlang auf Laptop, Monitor oder Smartphone. Was dabei oft übersehen wird: Die Augen leisten währenddessen echte Schwerarbeit, auch wenn sich das erst am Abend bemerkbar macht.
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Warum stundenlanges Starren die Augen so fordert
Unsere Augen sind eigentlich nicht dafür gemacht, den Blick über Stunden auf eine Distanz von wenigen Zentimetern zu fixieren. Beim Blick auf den Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener als sonst, teilweise nur noch fünf bis sieben Mal pro Minute statt der üblichen fünfzehn bis zwanzig. Die Folge ist ein trockener, gereizter Blick, der sich als Brennen, Druckgefühl oder verschwommenes Sehen bemerkbar macht. Fachleute sprechen hier häufig vom sogenannten Office Eye Syndrom, das laut aktuellen Empfehlungen zur Bildschirmarbeit inzwischen einen erheblichen Teil aller Berufstätigen betrifft.
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Homeoffice als Sonderfall
Im Homeoffice kommt oft noch erschwerend hinzu, dass der Arbeitsplatz improvisiert ist. Der Küchentisch ersetzt den Schreibtisch, das Fenster blendet direkt in den Bildschirm, und eine echte Mittagspause fällt schneller aus als im Büro. Genau diese Kombination aus schlechter Beleuchtung, falschem Abstand zum Monitor und fehlenden Erholungsphasen sorgt dafür, dass sich Augenbeschwerden im Homeoffice besonders schnell einstellen.
Gerade in den grauen Wintermonaten, wenn es in Wien schon am frühen Nachmittag dämmert, greifen viele automatisch zur höchsten Bildschirmhelligkeit, um überhaupt etwas zu erkennen. Dabei wäre in dieser Jahreszeit eine bewusste Lichtplanung im Zimmer, etwa eine zusätzliche Schreibtischlampe mit warmem Licht, oft die deutlich augenschonendere Lösung als ein grell strahlender Monitor.
Erste Hilfe für gestresste Augen im Arbeitsalltag
Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich die Belastung deutlich reduzieren, ohne dass der Arbeitstag darunter leidet. Folgende Punkte lassen sich fast überall in den Alltag einbauen:
- Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in mindestens sechs Metern Entfernung schauen
- Den Bildschirm leicht unterhalb der Augenhöhe positionieren und mindestens eine Armlänge Abstand halten
- Bewusst öfter blinzeln, besonders bei konzentrierter Arbeit
- Für ausreichend indirektes Licht sorgen und Blendungen durch Fenster oder Lampen vermeiden
- Regelmäßig kurz aufstehen und den Blick bewusst in die Ferne schweifen lassen
- Bei trockener Raumluft einen Luftbefeuchter einsetzen oder regelmäßig lüften
Wenn die Augen mehr brauchen als eine Pause
Manchmal reichen Pausen und Ergonomie allein nicht aus, vor allem dann, wenn eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit die eigentliche Ursache ist. Wer beim Lesen am Bildschirm die Augen zusammenkneift oder nach Feierabend häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte die Sehstärke beim Optiker überprüfen lassen. Speziell für die Bildschirmarbeit gibt es inzwischen eigene Gläser mit angepasster Nahdistanz, und wer ohnehin auf der Suche nach einer neuen Fassung ist, findet in aktuellen Kollektionen an Damenbrillen mit Blaulichtfilter durchaus praktische Optionen für den Alltag am Schreibtisch. Wichtig ist dabei weniger die Marke als die passende Beratung vor Ort.
Die unterschätzte Verbindung zwischen Bildschirmzeit und Schlaf
Was viele nicht wissen: Die Augenbelastung endet nicht mit dem Herunterklappen des Laptops. Blaues Licht am Abend kann den natürlichen Tag Nacht Rhythmus stören und das Einschlafen erschweren, was sich wiederum auf die Erholung der Augen über Nacht auswirkt. Wer öfter schlecht schläft und tagsüber trotzdem stundenlang vor dem Bildschirm sitzt, gerät leicht in einen Kreislauf aus Müdigkeit und zunehmender Augenreizung. Laut augenärztlichen Einschätzungen zur digitalen Sehbelastung lohnt es sich in solchen Fällen, beide Themen gemeinsam zu betrachten, statt nur die Augen isoliert zu behandeln. Wer den Verdacht hat, dass tatsächlich eine Schlafstörung hinter der Erschöpfung steckt, findet über spezialisierte Schlafanalysen in Wien eine gute erste Anlaufstelle.
Kleine Routinen mit großer Wirkung
Am Ende sind es selten die großen Veränderungen, die den Unterschied machen, sondern die kleinen Routinen, die sich über Wochen im Alltag festsetzen. Ein Glas Wasser neben der Tastatur, ein kurzer Blick aus dem Fenster zwischen zwei Meetings oder ein bewusst dunkler gestaltetes Schlafzimmer wirken oft mehr als jede einmalige Investition. Wer diese Gewohnheiten Schritt für Schritt in den Homeoffice Alltag einbaut, wird merken, dass die Augen am Abend deutlich weniger müde sind, ganz gleich wie viele Stunden der Bildschirm an diesem Tag tatsächlich in Betrieb war.
